WEDNESDAY, AUGUST 23, 2017

Marterpfahl und Skalpieren bei Indianern



MarterpfahlDie Weißen sagten den nordamerikanischen Indianern gräßliche Foltermethoden nach. Viele Siedler hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, die letzte Kugel für sich selbst aufzuheben, um nicht am Marterpfahl ein fürchterliches Ende zu finden. In wirklichkeit aber quälten die oft zu Unrecht verteufelten Präriestämme ihre Gefangenen äußerst selten.

Als grausige Marterexperten waren vor allem die unbändigen Comanchen verschrien, die ohre männlichen Opfer, die Arme gespreizt, mit ungegerbten Lederriemen an kreuzartige Torturpfosten fesselten. Sie versengten Hände und Füße der Gefangenen bis zur Abstumfung der Nerven, trennten die gefühllosen Gliedmaßen ab, peinigten blutende Fleischwunden erneut mit Brandfackeln, Skalpieren die Gefolterten bei lebendigen Leobes, rissen den vor entsetzten Schreienden die Zungen heraus und verscharrten sie unter glühenden Kohlen.

Noch grausamere Peinigungsverfahren wurden den Wilden Kiowa zugeschrieben, die Nerven und Körper Stundenlang und sogar Tagelang nach und nach zugrunde richteten und den Gequälten das volle Ausmaß ihrer Erniedrigungen vor augen hielten. Die bestialischen Folterriten der Kiowa und Comanchen waren aber Ausnakmefälle bei den Prärievölkern. Sogar das von den Bleichgesichtern eingeführte Erhängen fanden die Plains – Indianer als brutal und unmenschlich. Dagegen verfügten die zivilisationsträchtigsten Indianervölkerschaften, wie die der östlichen Waldgebiete, die auf einer höheren Entwicklungsstufe standen als die primitiven Prärienationen, über ein unvorstellbares Arsenal der unberechenbares Folterkünstler entpuppen, verwundert T. R. Fehrenbach ein Geschichtsforscher nicht, für den die Niedertracht der Quältricks in direktem Verhältnis zur erreichten Kulturstufe steht:

Die Zivilisation erhob in Frankreich die gesetzliche Folter zur hohen Kunst. Jene französischen und spanischen Schreiberlinge, die voller Entsetzen die Folter der Indianer geschreiben, entstammten Gesellschaften, die Frauen und Kinder Inquisitionen unterzogen, wie sie sich ein amerikanischer Ureinwohner nicht hätte vorstellen könne. Sie quälten Menschen auf dem rad, der Folterbank, dem Scheiterhaufen inmitten sadistischer Festlichkeit zu Tode, die sich in nichts von der tiefverwurzelten Lust der Comanchen, anderen Schmerzen zuzufügen, unterschieden.

Bei den Indianern des Nordostens zeichneten sich die finsteren Irokesen durch außergewöhnliche Grausamkeit aus. Sie versuchten die Gemarterten so lange wie möglich am Leben zu erhalten und gönnten ihnen sogar ausgedehnte Folterpausen, damit sie sich von ihrer Höllenquall seinem Ableben, das nue eine Frage der Zeit war, mutig ins gesicht sah, stieg er in der Achtung seiner Schinder, die ihm Bewunderung zollten. Zeigte das Opfer, dass es allen Leiden gewachsen war, ging die Anerkennung der roten Schlächter manchmal so weit, dass sie den Gefolterten ohne Umschweife freiließen.

Der Brauch des materns, sowie auch die Sitte des Skalpierens stammte aus dem Süden und hatte seinen Ursprung in Mexiko von den Azteken. Zu Anfang war das langsame zu Tode Foltern eine religiöse Zeremoni, mit der dem Gott des Krieges oder auch der Jagd ein blutiges Menschenopfer dargebracht wurde. Nach und nach entartete das ursprüngliche religiöse Marterrituale, wurde aus den kultischen handlungen eine tödliche Mutprobe, bis nur noch aus Vergnügung oder rache gemartert wurde.

Das Skalpieren – vom religiösen Ritual zur Tapferkeitstrophäe

Wie oft wiederholte sich wohl die grausige Tat, dass ein Krieger seine Streitaxt in den Schädel des gegners versenkte, rings um den Kopf über die Ohren mit dem Messer einen kreisförmigen Schnitt anbrachte, den rand der Kopfhaut auf der einen Seite freigelegt, die Haarplatte mit den Zähnen losriß und den bluttriefenden Skalp triumphierend hochhielt. Dieses kunstgerechte ausgeführte Skalpieren eines Getöteten oder nur niedergeschlagenen feindes, war ursprünglich nicht über ganz Nordamerika verbreitet. Diese barbarische Sitte war wahrscheinlich in voreuropäischer Zeit bei den Muskhogee sprechenden, Seßhaften und Maisbautreibenden Indianerstämmen des Südostens als eine reigiöse Zeremonie entstanden, die auf den blutigen Xipe – Kult der Atzeken zurückging, jedoch beschrieb der griechische Geschtsschreiber Herodot, das Sklapieren in allen Einzelheiten bei den im Schwarzmeergebiete lebenden Scythen, die nicht viel anders als die Indianer die Kopfschale der Feinde ablösten.

Doch zurück zu den Azteken, der Gott des Menschenschindens, Xipe – Totek, stand in alten Mexiko im Mittelpunkt eines großen Festes, mit den Menschenopfer besonderer Art verbunden waren. Nach Ablauf des Tötungsritual wurden die Erschlagenen von den Priestern gehäutet, die während der kommenden zwanzig Tage die Häute der toten Gefangenen überzogen und damit zu einem Symbol der Lebensverjüngung wurden. Dadurch das die Indianer des Südostens dieses Zeremoniell in veränderter Form übernahmen und nur auf die Kopfhaut bezogen, machten sie aus der Erbeutung des Skalps eine Abart der Hauttrophäe, deren Hauptverbreitungsgebiet zwischen Peru und Mexiko lag. Als die Sitte nach und nach im ganzen nordamerikanischen Kontinent Einzug hielt, hatte sie längst die religiöse Bedeutung der Azteken verloren.

Jedoch ohne die von den Briten und Franzosen ausgesetzten Skalpprämien, mit denen die Indianer während der Grenzkriege der kolonialen Mächte Europas gegeneinander gehetzt wurden, hätte sich dieser Brauch nicht so gurchsetzen können. das Skalpieren tauchte erstmals 1535 bei den Huronen auf, wurde dann von den Irokesen aufgegriffen und gelang schließlich bis zu den Sioux – Stämmen der großen Ebene. Auch viele Bleichgesichter beteiligten sich an der unmenschlichen Art, um mit dem Skalpieren kräftig mitzuverdienen.

Ganz banden weißer “Skalpjäger” entstanden und es liegt auf der Hand, dass dabei auch Weiße Kopfhäute als Indianerskalps angeboten wurden. Nur selten überlebten Skalpierte den Verlust seiner Schädeldeckr. der umfangreiche Blutverlust sorgte dafür, dass die grausame Tortur meistens einen tötlichen Ausgang hatte. Der Kopfhaut mit dem Haarwirbel auf dem Scheitel kam bei den Indianern eine große Bedeutung zu. Sie galt nämlich als der Sitz der Lebenskraft und der Seele.

war ein feind Skalpiert worden, besaß er keine übernatürliche Kräfte mehr und konnte folglich nicht in die ewigen Jagdgründe eingehen. Mit den erbeuteten Sklaps, die vom Fleisch gefreit und getrocknet wurden, pflegten die Indianer, waffen, Kleider, Pferdez´ügel und Federschmuck zu schmücken. So wurde im laufe der Zeit aus der abgezogenen Kopfhaut, die ursprünglich bestandteil einer religiösen Opferzeremonie gewesen war, eine einfache Tapferkeitstrophäe, die als äußeres Siegeszeichen die Lanze, das Zelt oder den Gürtel der Krieger zierte.

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