MONDAY, JUNE 26, 2017

Historische Zeittafel der Indianer



Die historische Zeittafel der Indianer zeigt bedeutende und wegweisende gesellschaftliche und politische Entwicklungen in der Geschichte der Indianer.

1607 – 1676 Die ersten englischen Siedlungen, Ausrottungsversuche der Weißen und Vergeltungsschläge der Indianer

1608 – 1684 Der Kampf zwischen England und Frankreich um den Fellhandel im Nordosten

1763 Massaker und Rassismus der weißen Siedler

1754 – 1763 Die Indianernationen des Ostens zwischen den Großmächten England und Frankreich

1763 Großes Verteidigungsbündnis der Indianernationen im Nordosten

1775 – 1787 Die Indianernationen des Ostens zwischen dem Mutterland England und den Kolonisten

1790 – 1811 Bündnisse der Indianernationen und militärische Auseinandersetzungen mit denVereinigten Staaten von Amerika

1812 – 1813 Bündnispolitik der Indianernationen mit den Engländern

1803 – 1832 Die Vertreibung der Sauk und Fox aus ihren Ländern am Mississippi

1775 – 1842 Die Vertreibung der Fünf Zivilisierten Stämme aus dem Südosten

1774 – 1869 Die Ausdehnung der USA bis an den Pazifik

1840 – 1890 Der Kampf der Sioux, Cheyenne und anderer Indianernationen auf den Prärien

1835 – 1894 Der Kampf der Apachen­Nationen in Arizona und New Mexico

1871 – 1953 Weiter Maßnahmen der USA zur Unterdrückung der Indianer

1969 – 1993 Die Entwicklung neuer Formen der Selbstbehauptung und Verteidigung bei den Indianern nach 1960

 

Zeittafel im Detail

1607 – Gründung der ersten ständigen englischen Siedlung in Nordamerika (NA), Jamestown, im Gebiet der Powhatan-Föderation. Wahunsonacock (König Powhatan) und die beteiligten Stämme bemühen sich um eine Politik des Friedens und des Ausgleichs; es kommt immer wieder zu Übergriffen der weißen Siedler

1622 – Großer Vergeltungsschlag der Powhatan­Föderation unter Wahunsonacocks Bruder Opechancanough gegen die Kolonisten.

1641 – Letzter großer Angriff der unter dem über 90 Jahre alten Opechancanough vereinigten Powhatan auf die Siedler

1642 – Die Powhatan sind weitgehend ausgerottet.

1620 – Gründung von Plymouth im Gebiet der Wampanoag durch die Pilgerväter. Die Siedler beantworten die Friedenspolitik des Oberhäuptlings (Chief Sachem) Massassoit und seines Stammes mit Übergriffen

1637 – Pequot-Krieg, in dem die Pilgerväter mehr als 500 Pequot­Indianer töten und den Stamm auslöschen

1675 -1676 Gegenangriff der Wampanoag unter Massassoits Sohn Metacomet oder König Philip (bekannt als König Philips Krieg). Metacomet vereinigt 20.000 Indianer. Es werden 12 Städte der Kolonisten zerstört und 1000 Siedler getötet.

1608 – Gründung der ersten ständigen französischen Siedlung Quebec und Handel der Franzosen mit der Irokesennation der Huron.

1649 – Kampf zwischen Engländern und Franzosen um den Fellhanel. Die Irokesenföderation der Fünf Nationen beginnt mit Hilfe der neuen Waffen der Engländer, indianische Nachbarnationen zu unterwerfen.

1684 – Bau von Forts durch die Franzosen im Laufe der Auseinandersetzungen mit den Fünf Nationen.

1763 – Massaker an Susquehanna in Conestoga durch weiße Kopfgeldjäger.

1754 – Französisch­indianischer oder englisch­französischer Krieg.

1763 – Letzter großer Kampf der Franzosen und Engländer um die Kontrolle über NA.

1756 – Kriegserklärung von Gouverneur Morris von Pennsylvania an die Nation der Delaware.

1763 – Friede von Paris. Frankreich verliert Kanada an England und Louisiana an Spanien

1763 – Gemeinsame Verteidigung von 18 Stämmen aus dem Gebiet der Großen Seen und des Ohiotals unter der Führung des Ottawa­Häuptlings Pontiac gegen die Engländer (bekannt als Pontiacs Krieg oder Pontiacs Verschwörung). Die verbündeten Indianer belagern 8 Monate lang die

1763 – Proklamation der englischen Krone zur Festlegung einer Grenze zwischen weißen Siedlern und Indianern entlang dem Kamm der Apalachen (Ohiogrenze).

1776 – 1776 – 1783 Krieg zwischen Amerika und England (Unabhängigkeitskrieg).

1775 – Anerkennung der Rechte der Indianernationen auf von ihnen bewohnte Länder durch den 2. Kontinentalkongreß der Amerikaner, um möglichst viele Indianernationen davon abzuhalten, sich mit den Engländern gegen die Kolonisten zu verbünden.

1776 – Amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

1778 – Diplomatische Kriegsführung der Amerikaner: Bestimmten Indianernationen, z.B. den Delaware, werden Landrechte und Eigenstaatlichkeit voll bestätigt und eine Vertretung im Kongreß angeboten, um sie von Bündnissen mit den Engländern abzuhalten.

1783 – Friede von Paris zwischen England, Frankreich, den Vereinigten Staaten und Spanien. Anerkennung der Selbstständigkeit der Vereinigten Staaten durch die englische Krone. Grenze im Westen ist der Mississippi, Grenze im Norden die Großen Seen.

1784 – Abschluß eines Vertrages zwischen General George Washington und den Irokesen, da die Amerikaner ihre Grenze sichern wollen, ohne erneut militärische Kämpfe aufnehmen zu müssen.

1785 – Vertrag von Hopewell, erster Vertrag der Regierung der Vereinigten Staaten mit den Cherokee, die als unabhängige Nation unterzeichnen.

1787 – Verabschiedung der föderalistischen Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika durch den Verfassungskonvent in Philadelphia.

1790 – Sieg der Miami und Shawnee im Bündnis mit anderen Indianern unter der Führung des Miami-Häuptlings Little Turtle über eine 1400 Mann starke Armee unter General Josiah Harmar.

1791 – Sieg der vereinigten Streitkräfte der Miami, Shawnee und Delaware, wieder uneter der Führung von Little Turtle, über eine 2000 Mann starke Armee unter General Arthur St. Clair. Vernichtende Niederlage für die Amerikaner: Mehr als 600 amerikanische Soldaten werden getötet.

1794 – Niederlage der Indianer bei Fallen Timbers. General Anthony Wayne siegt mit einer mehr als 3000 Mann starken Armee über die indianischen Streitkräfte unter dem Shawnee-Häuptling Blue Jacket.

1795 – Vertrag von Greenville, von den Indianern aus Furcht vor der völligen Vernichtung ihrer Völker und unter der Wirkung von Alkohol unterzeichnet. Fast zwei Drittel von Ohio, ein Teil von Indiana und 16 Landstücke im Nordwestterritorium werden abgetreten. Der Vertrag wird von

1805 -1813 Der Shawnee-Führer Tecumseh vereinigt bis zu 32 Stämme in einem großen Völkerbund.

1811 – Sieg von General William Henry Harrison über die verbündeten Indianer von Prophet Town in Abwesenheit von Tecumseh.

1812 -1814 Krieg der Vereinigten Staaten gegen England

1812 – Shawnee, Delaware, Kickapoo, Pottawatomie, Sauk, Fox, Winnebago, Wyandot, Chippewa und Sioux kämpfen unter Tecumtha und Black Hawk auf der Seite der Engländer. Die indianischen Streitkräfte umfassen 3000 Krieger.

1813 – Die verbündeten Indianer werden von den englischen Truppen unter Oberst Henry Procter im Stich gelassen. Tecumtha fällt in der Schlacht am Thames River. Der große Indianerbund zerbricht.

1803 – Die USA kaufen Louisiana von Frankreich für 15 Millionen Dollar

1816 -1832 Widerstand der Sauk-Fox unter der Führung von Black Hawk gegen das Vordringen der weißen Siedler in ihre Länder am Mississippi

1832 – Letzte entscheidende Kämpfe im Sauk-Fox-Gebiet (bekannt als Black Hawks Krieg).

1775 – Erster großer Landverkauf der Cherokee. Käufer ist die Transylvania Land Company.

1775 – Militärisches Vorgehen der den Landverkauf ablehnenden Widerstandsgruppen um Dragging Canoe gegen weiße Siedler

1785 -1819 1785, 1791, 1798, 1804, 1805, 1806, 1816, 1817, 1819 – Verträge der Cherokee-Nation mit den Vereinigten Staaten, meist über Landabtretungen.

1802 – Georgia Compact, unterschrieben von Thomas Jefferson, dem dritten Präsidenten der USA, in dem die Bundesregierung dem Staat Georgia verspricht, daß alle indianischen Ansprüche auf Land innerhalb der Grenzen Georgias gelöscht werden als Entschädigung für den Verzicht

1820 – Die Regierung der Cherokee verhängt die Todesstrafe für unautorisierte Landverkäufe und Landabtretungen.

1827 – Erste schriftliche Verfassung der Cherokee-Nation. John Ross wird zum Oberhaupt der Nation gewählt.

1828 – Entdeckung von Gold auf dem Gebiet der Cherokee in Georgia.

1829 – Gesetz des Staates Georgia zur Beschlagnahmung sämtlicher Cherokee-Länder, die an Weiße verteilt werden sollen.

1830 – Removal Act, Gesetz der Bundesregierung zur endgültigen Entfernung der Indianernationen südöstlich des Mississippi.

1832 – Entscheidung des Obersten Gerichtshofes unter seinem Vorsitzenden John Marshall beim Rechtsstreit “Der Fall der Cherokee-Nation gegen den Bundesstaat Georgia”. Indianische Volksgruppen in Nordamerika sollen ab sofort nicht mehr als souveräne fremde Nationen, sondern als einheimische abhängige Nationen bezeichnet werden, die den Schutz der USA benötigen.

1835 – Unterzeichnung des Vertrages von New Echota zur Umsiedlung der Cherokee in das Indianer-Territorium westlich des Mississippi durch einige Cherokee (Treaty Party) ohne Wissen des Volkes, Ratifizierung des Vertrages vom Senat der Vereinigten Staaten mit einer einzigen Stimme Mehrheit. 15.000 Cherokee protestieren in einer Abstimmung gegen das Vertragswerk.

1838 – Zwangsumsiedlung der Cherokee nach Oklahoma (Trail of Tears). 4000 Cherokee sterben unterwegs.

1832 – Vertreibung der Choctaw in das Indianer-Territorium westlich des Mississippi.

1836 – Vertreibung der Creek in das Indianer-Territorium.

1817 – Noch während Florida in spanischem Besitz ist, führen amerikanische Armeen dort ab 1817 Kämpfe gegen die Seminole durch, u. a. weil diese entflohene schwarze Sklaven in ihre Stämme aufgenommen haben.

1819 – Spanien muß die Halbinsel Florida an die USA abtreten.

1832 – Verstärkte Angriffe verschiedener US-Truppen auf die Seminole. Aus Unmut über die Niederlagen ersetzt Präsident Andrew Jackson nach jedem größeren Sieg der Seminole den Oberbefehlshaber der Armee.

1837 – Gefangennahme des Häuptlings Osceola, als er zu einer ihm vorgetäuschten Friedensverhandlung erscheint. Osceola stirbt Anfang 1838 in einem Gefängnis in Fort Moultrie.

1838 – Zwangsumsiedlung der Seminole in das Indianer-Territorium. Ein kleiner Teil setzt unter Wildcat und Alligator den Guerillakampf gegen die US-Truppen fort.

1842 – Die USA stellen den Kampf gegen die unbesiegten Seminole-Guerillas ein. Ihre Nachfahren leben noch heute relativ frei in Florida. Der Krieg kostete die USA mehr als 2000 Soldaten und etwa 60 Millionen Dollar.

1774 – Erste Begegnung der Indianer der Nordwestküste mit Weißen durch eine Expedition aus Mexiko.

1805 – Lewis> und Clark erreichen mit ihrer Expedition den Pazifik. In dieser Zeit kontrollieren die Engländer den Nordwesten. Die Mexikaner beanspruchen Kalifornien.

1820 – Fellhandel europäischer und amerikanischer Handelsgesellschaften, bis 1820, bis zur fast vollständigen Ausrottung des Seeotters.

1823 – “Monroe-Doktrin”, verkündet von Präsident James Monroe: Verbot jeder Einmischung der europäischen Mächte in amerikanische Angelegenheiten, betreffend die USA selbst und Gebiete, auf die sie Anspruch erheben.

1844 – James Knox Polk verspricht, die Grenzfrage mit den Engländern im Nordwesten zu lösen, und wird Präsident der Vereinigten Staaten.

1846 -1848 Eroberungskrieg der USA gegen Mexiko. Mexiko verliert Gebiete, die in der Folge die Staaten New Mexico, Arizona, Kalifornien, Nevada und Utah bilden.

1848 – Goldfunde in Kalifornien beschleinigt die Expansion nach dem Westen und geben den Anstoß zu einem bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung.

1848 – Oregon wird vom Kongrß zum Territorium der Vereinigten Staaten erklärt.

1850 – Verkündung der Oregon-Landschenkungsakte, die jedem erwachsenen Bürger der USA die Möglichkeit gibt, 320 Morgen Land im Oregon-Territorium zu erhalten.

1853 – Der heutige Staat Washington wird Territorium der Vereinigten Staaten. Isaac Ingalls Stevens wird dort Gouverneur und Beauftragter für indianische Angelegenheiten. Innerhalb eines Jahres beansprucht Stevens mehr als 100.000 Quadratmeilen indianisches Land.

1862 – Beginn des Baus der Central Pacific-Eisenbahn.

1869 – Vereinigung der Central Pacific- und Union Pacific-Eisenbahn bei Promontory Point, damit Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahnstrecke.

1870 – Gerüchte über Goldfunde in den Big Horn-Bergen. Die Regierung wird aufgefordert, das Land zu öffnen.

1872 – Beginn der systematischen Ausrottung der Büffel durch weiße Büffeltöter.

1873 – Unerlaubtes Eindringen eines Vermessungstrupps für die Eisenbahn in Sioux-Land unter dem Schutz der 7. Kavallerie unter General Armstrong Custer. Es kommt zu Zusammenstößen mit Sioux unter Crazy Horse. General Custer läßt Nachrichten über Goldfunde in den Black Hills verbreiten.

1874 – Einfall einer 1200 Mann starken Armee unter General Custer, begleitet von Goldgräbern, in die Black Hills. Nach gescheiterten Versuchen der USA, die Black Hills, die heiligen Berge der Sioux, zu kaufen, brechen neue Kämpfe aus.

1874 – Krieg zur Rettung der Büffel, den die Kwahadi-Comanchen unter Quannah Parker gemeinsam mit Kiowa, Cheyenne und Arapaho führen.

1876 – Schlacht am Little Big Horn, in der eine 600 Mann starke Armee unter General Custer von den Streitkräften der Sioux, Cheyenne und ihrer Verbündeten vernichtend geschlagen wird. Custer selbst fällt. Auf indianischer Seite kämpfen mit ihrem Volk Crazy Horse, Gall, Black Moon, Two Moons, Sitting Bull und andere. Trotz dieses militärischen Sieges müssen die Sioux und Cheyenne, die Hunger und Entbehrungen leiden, allmählich in die Reservation gehen.

1877 – Die Gruppe um Crazy Horse gibt den Kampf auf, nachdem ihr ein ehrenhafter Friede versprochen wurde, und kommt in die Reservation nach Fort Laramie. Crazy Horse, 35 Jahre alt, wird in eine Falle gelockt und bei der Gefangennahme ermordet.

1881 – Die Gruppe um Sitting Bull, 45 Krieger und 140 Frauen und Kinder, legt die Waffen nieder. Sitting Bull wird entgegen dem vorherigen Amnestieversprechen gefangengenommen.

1888 -1890 Religiöse Erneuerungsbewegung bei den Indianern, die nunmehr in Reservationen eingesperrt sind, ausgelöst durch Visionen des Paiute-Messias Wovoka (Geistertant). Obwohl Wovoka Friedfertigkeit predigt, reagieren die amerikanischen Behörden mit Gewalt. In der Zeitung “Chicaco Tribune” wird die Regierung aufgefordert, 1000 tanzende Indianer zu erschießen, um dem Spuk ein Ende zu machen.

1890 – Im Zusammenhang mit der Geistertanzbewegung wird Sitting Bull verdächtigt, Aufruhr zu planen, und bei der Festnahme ermordet.

1890 – Massaker am Wounded Knee. Etwa 350 Sioux, Männer, Frauen und Kinder um Big Foot, werden von der 7. Kavallerie, der Einheit, die Custer am Little Big Horn befehligt hatte, getötet. Beunruhigt durch den Mord an Sitting Bull, hatte die Gruppe die Standing Rock-Reservation verlassen, um nach Pine Ridge zu gehen.

1893 – Öffnung des Cherokee-Outlet für die Siedler.

1898 – Curtis Act: Nach diesem Gesetz wird die Selbstverwaltung der Cherokee eingeschränkt und ihre Gerichtsbarkeit abgeschafft. Der Stammesbesitz an Land wird aufgeteilt.

1900 – Entdeckung von ölvorkommen in Oklahoma, u. a. auf der Osage-Reservation

1906 – Verabschiedung eines Gesetzes zur “entgültigen Beilegung der Angelegenheiten der Stämme im Indianer-Territorium. Die Bundesregierung übernimmt die Kontrolle über das Schulwesen der Cherokee und schafft die Regierung der Cherokee ab.

1906 – Rückzug der Cherokee-Nation in die hinteren Täler der Ozarks unter Häuptling Redbird Smith. Dort leben die Cherokee abgeschieden bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts.

1907 – Gründung des Staates Oklahoma durch Zusammenlegung des Territoriums Oklahoma und des restlichen Indianer-Territoriums. Die Indianer sind nun eine ganz kleine Minderheit im Staate der Weißen, ihre Selbstverwaltung ist aufgehoben.

1917 – Apachen werden aus dem Gefängnis geholt, um im Ersten Weltkrieg für die US-Armee zu kämpfen. Insgesamt kämpfen 17.330 Indianer für die USA im Ersten Weltkrieg. 1032 wurden getötet oder starben.

1924 – Citizenship Act: Die Indianer erhalten die Staatsbürgerschaft der USA. Unter anderem bedeutet dies, daß ein Großteil des indianischen Landes jetzt lokal besteuert wird. Vielen Indianern, die die Steuern für ihren kleinen Grundbesitz nicht zahlen können, wird ihr Land weggenommen und von den Gemeinden verkauft.

1933 – Wirtschaftliche und politische Reformen durch den New Deal unter Präsident Franklin D. Roosevelt, von denen auch die Indianer betroffen sind.

1934 – Indian Reorganization Act: Die Indianer können ihren parzellierten Landbesitz wieder zusammenfassen. Außerdem wird ihnen eine teilweise Stammesselbstverwaltung eingeräumt.

1953 – Der Kongreß beschließt die Politik der “Termination”. Unter dem Vorwand, die Indianer müßten nun endlich den anderen Bügern gleichgestellt und von der Vormundschaft befreit werden, beendet die Bundesregierung ihre besondere Beziehung zu den Indianischen Volksgruppen. Sie legt die in den Verträgen übernommenen Verpflichtungen für Gesundheitsfürsorge, Wohlfahrt und Erziehungswesen nieder und überträgt sie an die Bundesstaaten. Damit werden die Indianer in verstärktem Maße lokaler Willkür ausgesetzt. Weiter legt die Regierung ihre Treuhänderschaft für das Land der Indianer nieder und “gibt” den Indianern das Land. Das bedeutet, daß Land, welches wieder Stammesbesitz war, erneut zu aufgeteiltem Privatbesitz wird, verpachtet und verkauft werden kann. Außerdem werden die Stämme nicht mehr als Volksgruppen anerkannt. Ihre kommunale Lebensweise und Gesellschaftsstruktur wird zwangsweise aufgelöst.

1969 -1971 Übernahme der Insel Alcatraz durch die Indianer aller Stämme.

1970 – Kampf der Pit River-Indianer um ihr Stammesland. Protest der Seneca-Nation gegen den Bau des Kinzua-Staudamms auf ihrem Reservationsland.

1970 – Widerstand der Navajo in Mex Mexico gegen die Peadbody Coal Company, die in ihrem Gebiet Kohleförderung im Tagebau betreiben will.

1970 – Kampf des National Indian Youth Council gegen den Rassismus an der Intermountain Schule in Brigham City, Utah.

1969 – Gründung des ersten indianischen Verlagshauses, The Indian Historian Press durch The Indian Historical Society.

1964 – Der Staat Alaska beansprucht große indianische und eskimoische Gebiete an der Prudhoe-Bucht, wo Öl vermutet wird.

1964 – Gründung der Alaska Federation of Natives. Indianer und Eskimos versuchen gemeinsam, dem Landraub des Staates Alaska entgegenzutreten.

1968 – Entdeckung großer Ölvorkommen an der Prudhoe-Bucht durch Atlantic Richfield.

1970 – Alaska Native Claims Settlement Act: Sämtliche Landrechte der Eingeborenen, die gegen einen gültigen Rechtsanspruch auf mehr als 350 Mio. Morgen Land haben, werden getilgt. 10 Millionen Morgen werden ihnen gelassen, für den Rest erhalten sie eine finanzielle Entschädigung.

1973 – Der Kongreß genehmigt den Bau einer 1260 km langen Ölpipeline aus den arktischen Gebieten Alaskas quer durch die Erdbebenzentren zum eisfreien Hafen Valdez. Eines der letzten von weißen Zivilisation unberührten Gebiete geht verloren. Zugleich ist eine schwere Störung des ökologischen Gleichgewichts zu erwarten.

Zur Geschichte Alaskas:

1867 ­ Die USA kaufen Alaska von den Russen für 7.200.000 Dollar.

1884 ­ Die erste Zivilregierung wird eingesetzt.

1912 ­ Alaska wird Territorium der USA.

1958 ­ Alaska wird Bundesstaat.

1964 – Gründung der Survival of American Indian Association zur Verteidigung der Indianischen Fischrechte im Staate Washington. Es folgt ein langer, zäher Kampf von Mitgliedern der Stämme Nisqually, Puyallup u. a. um ihre in Verträgen von 1854 und 1855 garantierten Fischrechte. Der Kampf wird an den Flüssen und in den Gerichten geführt.

1974 – Ein Bundesgerichtsurteil bestätigt die Fischrechte der Indianer und anerkennt die vertraglichen Regelungen.

1968 – Gründung des American Indian Movement (AIM) durch Clyde Bellecourt, Dennis Naks und George Mitchell in Minneapolis als Dachorganisation zur Verteidigung der Interessen der Indianer auf den Reservationen und in den Städten.

1972 – Großer Protestmarsch von Indianern aus verschiedenen Teilen der USA nach Washington D.C. (genannt Trail of Broken Treaties).

1973 – Besetzung der historischen Ortschaft Wounded Knee. Die Indianer machen die Weltöffentlichkeit auf die trostlosen Lebensbedingungen in den Reservationen aufmerksam.

1973 -1974 Gründung von Incomindios (International Committee for the Indians of the America) in der Schweiz. Integration in das AIM.

1974 – Erste große Vertragskonferenz der Sioux-Nation zur Sicherung, Verteidigung und Wiederherstellung der vertraglichen Rechte der Indianernationen. Mehr als 4000 Menschen nehmen daran teil.

1974 – Clyde Bellecourt besucht auf Einladung des Weltkirchenrats Europa.

1975 – Europäische Vertretung von AIM in Berlin wird von Dennis Banks und Vernon Bellecourt autorisiert.

1976 – Die eingeborenen Völker Nordamerikas feiern 200 Jahre Widerstand. Eine Welle politischer Verhaftungen, die auf konstruierten Anklagen aufbauen, setzt ein. Einer der vielen Opfer: Leonard Crow Dog – spiritueller Führer des AIM.

1977 – Internationale Protestaktion gegen die Verurteilung Crow Dogs zu acht, drei und fünf Jahren Haft. Am 23. Februar 1977 wird er auf Bewährung entlassen.
– Das International Treaty Council erhält Beraterstatus in der UNO.
– Delegierte der Indianischen Widerstands- und Bürgerrechtsbewegung aus Nord-, Süd- und Mittelamerika protestieren vor einer Sonderkommission in Genf gegen den Genozid und Ethnozid an indianischen Völkern.

1978 – Longest-Walk: Indianer aller Stämme marschieren von der Westküste nach Washington, D.C. Der fünf Monate dauernde Protest richtet sich gegen eine Reihe indianerfeindlicher Gesetzesvorschläge.
– Indianische Frauen formieren sich zu W.A.R.N. (Women of All Red Nations). Ihr Augenmerk gilt vor allem der Zwangssterilisation und der alternativen Erziehung, wie sie in den Survival Schools seit ein paar Jahren praktiziert wird.

1979 – Indianer und Weiße wehren sich gemeinsam gegen die Zerstörung der Black Hills in South Dakota. Gründung der “Black Hills Alliance”.
– Das erste Kraftwerk des James-Bay-Projekts in Nord-Quebec wird am 27. Oktober eingeweiht. Die Stauseen überfluten 11.000 km² der traditionellen Jagdgründe der Cree.

1979 -1980 Die Mohawks von Akwesasne kämpfen um die Hoheitsrechte ihrer Territoriums. Es kommt zur längsten indianischen Belagerung von weißer Seite in der Geschichte der USA.

1980 – 4. Internationales Russell-Tribunal zur Situation der Indianer in Nord-, Mittel- und Südamerika in Rotterdam, Holland.

1983 – Die Innu von Labrador schicken die erste Delegation nach Bonn, um über die Völkerrechtsverletzung durch die deutsche Luftwaffe zu protestieren. Diese und folgende Reisen nach Europa bleiben ohne Erfolg.

1986 – Der Widerstand gegen die Zwangsumsiedlung der Navajo und Hopi von Big Mountain in der ehemaligen Joint Use Area in Arizona erreicht ihren Höhepunkt.

1988 – Die Lubicon Cree nutzen die Winter-Olympiade in Calgary, um auf die Zerstörung ihrer Jagdgründe durch Ölförderung und auf die Wortbrüchigkeit der Provinz- und Bundesregierung hinzuweisen. Aufruf zum Boykott der Begleitausstellung “The Spirit Sings”, die ohne Leihgaben aus Europa nicht durchzuführen ist. Teilweise Erfolge.

1990 – Eine Delegation von Cree und Inuit erreicht in der “Odeyak” (einer Kombination aus Kanu und Kajak) die Südspitze von Manhatten. Der medienwirksame Protest gegen den nördlichen Ausbau des James-Bay-Projekts zur Stromlieferung.
– Der Widerstand der Apachen gegen das Teleskop-Projekt (deutsche Beteiligung) auf dem heiligen Mount Graham formiert sich.
– In Quito, Equador treffen sich indianische Delegierte beider Amerikas zur ersten ” Kontinentalen Konferenz zu 500 Jahre des Widerstands”.
– In Quebec stehen sich Militär und Mohawks gegenüber. Die Konfrontation von Oka wird ausgelöst, als ein indianischer Friedhof der Erweiterung eines Golfplatzes weichen soll.

1992 – In Salzburg sprechen die Opfer von Uranabbau, Atomwaffentests und der Lagerung von Atommüll auf der internationalen Konferenz “The World Uranium Hearing”. Die Mehrzahl der Betroffenen sind Ureinwohner.

1993 – Leonard Peltier ist seit 18 Jahren in Haft. Er soll bei einem Schußwechsel zwei FBI-Agenten getötet haben. Sämtliche Schuldbeweise haben sich als falsch erwiesen. Unterstützer wenden sich an Präsident Clinton.

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